Überführungskreuzfahrten

Überführungskreuzfahrten – die günstige Alternative?

Noch nie waren Kreuzfahrten so beliebt wie heute. Die Schiffe sind fast immer zu 100% ausgelastet und auch die Auftragsbücher der Werften zur Produktion neuer Luxusdampfer sind bereits für die nächsten Jahre gefüllt. Bei all dem Hype rund um das Kreuzfahrtgeschäft gibt es aber auch einige Routen, die tendenziell etwas weniger nachgefragt werden. Die Rede ist von Überführungskreuzfahrten.

Was ist eine Überführungskreuzfahrt?

Unter einer Überführungskreuzfahrt versteht man ein Manöver, das Reedereien und Reiseveranstalter einsetzen, um ein Kreuzfahrtschiff neu zu positionieren. Das Schiff wird dabei zu einem Hafen gebracht, der entweder als Startpunkt für eine neue Route fungiert oder am Ende der Saison als Stellplatz zum Festmachen dient. Start- und Zielhafen sind also bei einer solchen Tour, die auch als Positionierungskreuzfahrt bezeichnet wird, nicht identisch. War das Schiff beispielsweise bisher im Mittelmeer aktiv, wird es nach der Umpositionierung für Ostsee Kreuzfahrten eingesetzt.

Typischerweise überwintern viele Kreuzfahrtschiffe nicht in den Häfen, wo sie ihre Route im nächsten Jahr beginnen werden, da bestimmte Reparaturarbeiten vor Ort nicht durchgeführt werden können. Auch Sicherheitsaspekte und klimatische Bedingungen können eine Rolle spielen. Zudem sind die Liegegebühren ein Faktor, der die Wahl des Winterlagers massiv beeinflusst.

Mehrere Wochen auf dem Kreuzfahrtschiff

Bei einer Überführungskreuzfahrt verlässt das Schiff seine angestammte Route und legt meist eine deutlich längere Distanz zurück als im regulären Betrieb. 14- bis 20-tägige Reisen sind dabei keine Seltenheit.

Würde das Kreuzfahrtunternehmen die Überführung ohne Gäste an Bord durchführen, wäre die Umpositionierung mit hohen Kosten verbunden. Damit dieses Geschäftspotential nicht verschwendet wird, wurden die Überführungskreuzfahrten eingeführt.

Das müssen Passagiere beachten

Bei einer Positionierungskreuzfahrt kommt es nicht selten dazu, dass mehrere Tage in Folge auf See verbracht werden. Es werden insgesamt meist weniger Landgänge eingeplant. Dafür bekommen die Touristen aber durchaus Häfen zu sehen, die auf den normalen Routen nicht eingeplant sind.

Ein klares Argument für Überführungskreuzfahrten ist der Preis. Für einen Bruchteil der normalen Kosten sind bereits luxuriöse Kabinen mit All-Inclusive versorgen zu erstehen. Trotzdem ist die Qualität des gesamten Angebotes trotzdem genauso gut wie bei einer „normalen“ Kreuzfahrt.

Wo finden Überführungskreuzfahrten statt?

Viele Positionierungskreuzfahrten überführen das Schiff vom Mittlermeer in die Ostsee und umgekehrt. Auch der umgekehrte Weg ist selbstverständlich denkbar. Vorteil bei dieser Reise ist, dass die Schiffe häufig noch an mehreren Häfen haltmachen.

Eine Überführung vom Mittelmeer in die Karibik ist hingegen eher etwas für richtige Seebären. Mehrere Tage auf See am Stück sind nicht jedermanns Sache. Die aufgewühlte See des atlantischen Ozeans kann – gerade am Ende der eigentlichen Saison – durchaus ein flaues Gefühl im Magen hinterlassen.

Fazit – Kreuzfahrer müssen abwägen

Abschließend lässt sich resümieren, dass eine Positionierungskreuzfahrt mit Sicherheit einige Vorteile bietet – insbesondere mit Blick auf den Preis. Allerdings ist dieses Reiseformat eher etwas für erfahrenere Kreuzfahrer. Schließlich müssen oft mehrere Tage am Stück auf See verbracht werden. Wer das Leben an Bord noch nicht kennt, kann sich schnell unwohl fühlen, wenn tagelang kein Land in Sicht ist. Für echte Seebären und maritim Verliebte ist diese Art der Kreuzfahrt aber mit Sicherheit eine gute Wahl.

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